The Show must go on: Die Suche nach dem richtigen Format

Es wirkt fast zynisch, wenn die Corona-Pandemie mit Erfolgsmeldungen zusammenfällt. Aber auf der „Bits & Pretzels“ attestierte der Deutschland-Chef von Vodafone, Hannes Ametsreiter, dass die aktuelle Lage jüngst „den größten Auftrieb für die Digitalisierung in Deutschland aller Zeiten“ mit sich bringt (Vgl. dpa-Meldung vom 29.03.2020). So habe allein der Datenverkehr in Deutschland um 40 Prozent zugelegt – und das nicht nur durch die stärkere Nutzung von On-Demand-Streamingdiensten wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime. Vielmehr sehen wir Digitalisierungsschübe in allen Bereichen.

So erfreut sich beispielsweis das kontaktlose Bezahlen – aus verständlichen Gründen – einer steigenden Beliebtheit und viele deutsche Banken wollen das Girocard-Limit für die Zahlungen ohne Pin-Eingabe erhöhen. In der Regel wurde hier bislang mit einem Zahlungslimit von 25 € gearbeitet. 

Natürlich machen Home-Office und Kontaktsperre aus vielen Meetings jetzt Video-Calls. Aber nicht nur im Business-Bereich. Wie die Zeit unter dem Titel „Ok, Zoomer“ feststellt, haben sich Dienste wie Zoom „in den vergangenen Wochen nahezu nahtlos in das Leben vieler Menschen integriert“ – vom Arbeiten über das Lernen bis hin zum gemeinsamen Abhängen mit Freunden und Familie.

Streamkultur und Online-Shops

Foto von der Live-Übertragung der ersten Folge Central Digital mit Chris Renard
Die erste Folge von Central Digital brachte das Set von Chris Renard (soultunes) live nach Hause ins Wohnzimmer – mit freundlicher Unterstützung von KNO.

Auch die Kulturlandschaft beschreitet zum Teil neue Wege bzw. versucht ihre Angebote in digitale Formate zu transferieren, um den Kontakt zu ihren Gästen zu halten und – ganz pragmatisch – finanzielle Ausfälle zu kompensieren. So wurde zum Beispiel der Twitter Account streamkultur von der Autorin Jasmin Schreiber ins Leben gerufen. Hier werden Veranstaltungen gesammelt, die als Stream stattfinden und denen man so auch bequem im eigenen Wohnzimmer folgen kann – wie zum Beispiel den Auftritten des Pianisten Igor Levit.

So sind auch wir, auch durch persönliche Verbindungen zum Café Central Magdeburg, dabei, ein Online-Programm zu begleiten und zu ermöglichen. Mit dem Format Central Digital holt die Bar im Herzen Magdeburgs aktuell jede Woche Acts vor die Kamera und ermöglicht es den Stammgästen live dabei zu sein. Künstler und Einrichtung können dabei durch ein virtuelles Trinkgeld unterstützt werden. Und vergleichbare Initiativen finden sich zum Glück auch bei anderen kulturellen Akteuren der Stadt.

Logo von YourLocal Magdeburg

Auch der Einzelhandel ist nicht untätig. Waren eigene Online-Shops bislang für viele kein großes Thema, haben sie sich mittlerweile für viele zum einzig aktuell möglichen Point of Sale entwickelt. Unter Hochdruck werden nun Shops angelegt, Produkte eingepflegt, Zahlungs- und Liefermöglichkeiten eruiert. So bin ich zum Beispiel seit dem 19. März am Projekt YourLocal beteiligt. Das 20-köpfige Team arbeitet an einem online Marktplatz für Magdeburg, auf dem die Nutzer ihre lokalen Lieblingsläden weiter besuchen können. 

Auch wenn wir uns bedingt durch die Corona-Pandemie nicht gerade in einer leichten Situation befinden, so gibt es doch zahlreiche Initiativen, Projekte und Entwicklungen, die trotz allem positive Signale setzen.

Sie wollen auch ein derartiges Projekt starten? Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei der Umsetzung. Schicken Sie uns eine kurze Projektskizze an kno@korrekturnachoben.de und wir melden uns schnellstmöglich zurück.

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