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Marketing Review: #1 McFit  – Karteileichensammler Nr. 1

Nachdem ich mich an dieser Stelle in mehreren Artikeln mit strategischen Aspekten von Ansprache im Marketing auseinandergesetzt habe, sollen nun mir der Reihe „Marketing Review“ Bewertungen folgen. Ich schaue mir einige Kampagnen hinsichtlich ihrer Wirkung an. Der Blick wird natürlich subjektiv sein, soll aber über ein reines „gefällt mir/nicht“ hinausgehen. Im Vordergrund steht eher, wie gut sich die jeweilige Marke verkauft und ob ihre Kommunikation funktioniert. Ob das Ganze dann authentisch ist oder eher Augenwischerei, diese subjektive Bewertung gestatte ich mir dann doch.

Marketing Review: #1 McFit  – Karteileichensammler Nr. 1

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Quelle: McFit Facebook Fanpage

Jedes Jahr wieder haut McFit im Januar seine Super-Spar-Angebote raus und verschafft sich damit haufenweise Neukunden. Bei 4,90€ pro Monat muss der Neujahrsvorsatz gar nicht so fest sein – kann man sich mal leisten. Aber der Preis ist nicht alles, schließlich muss die Zielgruppe erstmal davon überzeugt werden, dass dieses Jahr wirklich ihr Jahr wird. Der Ansatz ist simpel, aber effektiv: Jeder kann es schaffen. Zum Beweis wird auf Instagram und Facebook die Kundschaft im Vorher-Nachher-Vergleich präsentiert. „Guckt, wie fett ich mal war; jetzt bin ich schlank. Das kannst du auch.“ Befeuert wird jeder, der erst einmal den Arsch hoch bekommen hat. Proud to be McFit – jetzt bist du Teil einer großartigen Community. Allein dadurch scheint man schon ein paar Pfund verloren zu haben. Dabei sein ist alles. Bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der dieser Ansatz durchgezogen wird: Selbst das Lichtkonzept in den Studios ist darauf ausgerichtet, dass man sportlicher wirkt. Da bekommt der Slogan „Einfach gut aussehen“ gleich noch mehr Bedeutung. Auch abgefahren: Wie die Leute darin aufgehen. #MACHDICHWAHR und #DERWILLEINDIR scheinen die Leute wirklich bis ins Mark zu durchdringen. Man kann im Januar nirgends hingehen, ohne Gespräche über Wiederholungszahlen, Kalorien oder sonst was zu hören. Auf einmal sind überall Fitness-Experten unterwegs. Das funktioniert so unfassbar gut, dass niemandem aufzufallen scheint, dass der Ramschpreis auch seine negative Seite hat: Die Betreuung tendiert nämlich gegen null. So sieht man (nicht nur im Januar) haufenweise Leute, die sich an Geräten verrenken, Wirbelsäulen überstrecken, Bänder überdehnen – kurzum: die, anstatt etwas für ihre Fitness zu tun, ihrem Körper ernsthaften Schaden zufügen.

Ab Februar leeren sich die Studios wieder und spätestens in der zweiten Jahreshälfte werden die Vertragskündigungen einflattern. Weil das Konzept jedes Jahr wieder funktioniert, kann es dem Unternehmen aber auch egal sein, wenn es einen Teil seiner Karteileichen nach Mindestvertragslaufzeit wieder verliert. Auch dieses Jahr wird zu Ende gehen und die ewig gleichen Vorsätze hinterlassen.


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